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Geschichte

Die klassische Einteilung der Geschichte in Frühzeit, Altertum, Mittelalter, Neuzeit und neueste Zeit können wir in unserer Gesellschaft nur punktuell bedienen – zumindest derzeit mit unseren diesbezüglich knappen Ressourcen.

Es gibt im Landkreis Starnberg einen sehr rührigen Arbeitskreis von ehrenamtlichen Ortshistorikern, mit dem wir seit 2013 verbunden sind. Dort werden solch unterschiedliche Themenfelder wie Vermessen von romanischen Dorfkirchen, Entstehung der Stadt Starnberg oder Auflösung der Allmenden bearbeitet, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Die jeweiligen Arbeiten werfen also Schlaglichter auf den weiten Bogen der Geschichte unserer Gegend bis zum 20. Jahrhundert.
Der Arbeitskreis gibt eine eigene Schriftenreihe heraus (pro Jahr ein Heft/Band), die an alle Gemeindeverwaltungen im Landkreis verteilt wird. Seit dem Frühjahr 2020 konnte der Arbeitskreis allerdings wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Versammlungseinschränkungen nicht mehr tagen. Die Hoffnung ruht  auf 2021.

Die Zeitgeschichte (ab 1900) wird von einer unserer Arbeitsgruppen bearbeitet. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Zeitspanne von 1930 bis 1950. Durch Zeitzeugenbefragungen und Dokumente-sammeln hat sie schon viel Licht in diese düstere Zeit in Gauting gebracht. Aktuell beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit dem Thema der Flüchtlinge und Vertriebenen nach dem II.Weltkrieg, die ins Würmtal kamen. Näheres dazu unter der Rubrik Arbeitsgruppen/Projekte (Arbeitsgruppe Zeitgeschichte).

Zur Geschichte Gautings und der Würmtal-Umgebung siehe auch unsere Rubrik Publikationen

Am festlich geschmückten und von der tiefstehenden Wintersonne vergoldend angestrahlten Bahnhof in Gauting wurden bei Kriegsende 1918 die nach Hause zurückkehrenden glücklichen Überlebenden des I. Weltkrieges empfangen, die mit den Daheimgebliebenen auf ein friedliches Neues Jahr hofften. - Auf der Photographie aus dem Archiv der Gemeinde Gauting zeigt sich der Bahnhof noch unverputzt in originalen, warmtönigen Ziegeln.   -  Das Bahnhofsgebäude ist seit mehr als 10 Jahren im Besitz der Gemeinde Gauting. Lange Diskussionen zwischen Befürwortern des Erhalts des Gebäudes und denen, die dort lieber eine Neubebauung sähen, spiegeln sich einerseits in dem Gemeindratsbeschluss wider, den Bahnhof abzureißen und andererseits in dem späteren Beschluss, ersteren nicht auszuführen, sondern aufzuheben. Inzwischen hat auch die 2018 gegründete Kulturplattform Gauting e.V. die Initiative ergriffen: Seit Januar 2019 findet jeweils am 12. eines jeden Monats um 18:30 Uhr in der ehemaligen Bahnhofspizzeria ein „Kulturhappen“ einer Gautinger Kulturinstitution statt. Das sind kleine, halbstündige Veranstaltungen bei freiem Eintritt. Mit dieser Aktion will die Kulturplattform Gauting e.V.  zum einen die Vielfalt des Gautinger Kulturlebens besser ins allgemeine Bewußtsein bringen und andererseits auch zeigen, dass das Bahnhofsgebäude durchaus für so etwas nutzbar ist, selbst im derzeitigen Zustand. Wir beteiligen uns gerne auch im Neuen Jahr 2021 wieder daran, wenngleich wegen der Corona-Pandemie seit Monaten keine derartigen Veranstaltungen stattfinden dürfen.

   

Die rechte Postkarte aus dem Jahre 1903  aus dem Archiv der Gemeinde Gauting zeigt das vom Post-Wirt Georg Hiltl 1898 erbaute, riesige Bahnhofshotel, das 1924  zur Tabakwarenfabrik wurde, gleich nach dem II. Weltkrieg zeitweise als Medikamentendepot und Unterkunft für Displaced Persons diente und schließlich 1955 zur Grundschule umgebaut wurde. Ostern 2010 wurde das Gebäude wegen herabgestürzter Klassenzimmer-Decken geschlossen. Im Sommer und Herbst 2017 wurde dieses historische Gebaüde komplett abgerissen und an seiner Stelle entsteht ein groß ausgelegter Wohn- und Geschäftshauskomplex mit drei Gebäuden.